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Isolationssystem

Neben dem ABC-System ist das Isolationssystem eine weitere wichtige Komponente im Sporttauchen. So wie die Bekleidung über Wasser den Körper vor Auskühlung bewahrt, so ist auch unter Wasser ein adäquater Kälteschutz notwendig. Wasser leitet die Wärme 25-mal schneller als Luft und entzieht somit dem Körper sehr schnell seine Energie. Unvorsichtige Taucher sowie Schnorchler leiden sehr schnell an Unterkühlung, weil sie nicht den richtigen Anzug tragen. Art und Dicke des Anzuges hängen grundlegend von der Temperatur der Gewässer ab.

Grundsätzlich wird zwischen Nass-, Halbtrocken- und Trockenanzügen unterschieden. Wichtige  Ergänzungsteile sind Tauchhandschuhe und Füßlinge sowie die Kopfhaube, falls sie nicht unmittelbar am Anzug angebracht ist.

Folgende Orientierungshilfe gilt es zu beachten ;

  • über 27°C Wassertemperatur – Tropenoverall oder Shorty
  • zwischen 18 und 27 °C Wassertemperatur – kompletter Nasstauchanzug, bis 18° C Wassertemperatur sind zusätzlich Kopfhaube und Handschuheerforderlich
  • unter 18°C Wassertemperatur wird ein Trockenanzug oder ein Halbtrockenanzug mit zusätzlichem Shorty (Eisweste) empfohlen

Warmwasseranzug (Skinsuits)

Bei Wassertemperaturen über 27 °C gehen die meisten Taucher ohne Anzug ins Wasser. Allerdings sollte auch hier ein dünner Nassanzug (Skinsuits) getragen werden, um sich vor Sonnenbrand, Abschürfungen und nesselnden Meerestieren zu schützen.

Nassanzug

Wie der Name schon sagt, wird man mit einem Nasstauchanzug nass, aber durch die zusätzliche Isolationsschicht kühlt der Körper nicht so schnell aus. Der Nassanzug ist meist aus Neopren oder vergleichbaren Materialien in einer Stärke zwischen 2,5 und 8 mm gefertigt. Er ist so geschnitten, dass er hauteng am Körper anliegt. Das Material des Anzugs ist zwar wasserdicht, das Wasser kann aber beim Eintauchen an den Reißverschlüssen, an der Halsöffnung sowie an den Hand- und Fußbünden in den Anzug eindringen und alle Zwischenräume zwischen dem Körper des Tauchers und dem Anzug ausfüllen. Beim Nassanzug zirkuliert das eingedrungene Wasser durch die Bewegungen des Trägers im Anzug. Nassanzüge gibt es al einteilige Tropenanzüge zum Tauchen in warmen Gewässern mit einer Neoprenstärke von 2,5–3 mm, als Einteiler mit einer Neoprenstärke zwischen 4 und 8 mm mit meist angesetzter Kopfhaube sowie als Zweiteiler, bestehend aus einer langen, hochgeschnittenen oder Trägerhose und einer langärmligen Jacke meist mit angesetzter Kopfhaube mit einer Materialstärke zwischen 5 und 8 mm. Am Rumpf des Tauchers liegen immer zwei Neoprenschichten übereinander, so dass dieser Anzug vor allem für kühlere Gewässer geeignet ist. Die Vorteile von Nassanzügen sind die relativ geringen Anschaffungskosten und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in warmen und auch kühleren Gewässern. Nachteil ist, dass sich auch in gut sitzenden Anzügen die Wasserzirkulation nie ganz unterbinden lässt. Nassanzüge sind daher für das Kaltwassertauchen in unseren Gewässern nur bedingt geeignet.

Halbtrockenanzug

Halbtrockenanzug sind grundsätzlich einteilige Anzüge aus Neopren mit einer Stärke zwischen 5 mm und 8 mm. Entgegen seinem Namen, handelt es sich beim Halbtrockenanzug um einen Nassanzug. Einfache oder doppelte Dichtmanschetten an den Ärmeln, Füßen oder Hals verringern die Wasserzirkulation. Wasser- oder gasdichte Reißverschlüsse verhindern ebenfalls die Wasserzirkulation. Das zwischen dem Körper und dem Neopren eingedrungene Wasser wird durch die Körperwärme des Tauchers erwärmt und bildet eine Wärmeisolierung.

Der Halbtrockenanzug liegt eng am Körper an und kann nicht, wie der Trockenanzug, zum Tarieren mit Luft gefüllt werden. Der Vorteil des Halbtrockenanzugs ist die bessere Wärmeisolierung gegenüber dem normalen Nassanzug - die durch den geringeren Wasseraustausch entsteht - wodurch er besser zum Kaltwassertauchen (sogar zum Eistauchen). Zusätzlicher Kälteschutz wird durch das Tragen eines Shortys (Eisweste) erreicht. Sein Nachteil ist der erheblich höhere Preis.

Trockenanzug

Der Trockenanzug, auch als „Trocki“ bezeichnet, bietet im kalten Wasser perfekten Schutz und man bleibt beim Tauchen trocken. Der Trocki besteht aus einem einteiligen Anzug mit wasserdicht angesetzten Füßlingen aus wasser- und luftdichtem Material. An den Ärmeln und am Hals befinden sich enganliegenden Latex- oder Glatt-Neoprenmanschetten, die ein Eindringen von Wasser verhindern, zudem verfügt der Trocki über einen wasser- und gasdichten Reißverschluss. Der Anzug besitzt einen eigenen Inflatoranschluss, durch den bei zunehmender Tiefe Luft in den Anzug eingelassen wird. So bleibt die hohe Isolationsleistung auch in der Tiefe erhalten und ein unangenehmes Drücken des Anzuges lässt sich vermeiden. Trocki`s verfügen stets über ein Auslass- und Überdruckventil. Hauptsächlicher Nachteile sind der sehr hohe Anschaffungspreis und das Tauchen mit einem Trockenanzug erfordert eine spezielle Ausbildung.