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Tauchmedizin

Allgemeine medizinische Fragen und Antworten zum Tauchen

Auszug aus http://www.urlaubsmedicus.de/legalnotice.html

1. Welche Erkrankungen schränken die Tauchtauglichkeit ein oder verbieten das Tauchen?

Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe an Krankheiten, die mit dem Tauchsport nicht oder nur bedingt vereinbar sind.

Zu den wichtigsten Erkrankungen gehören:
- Akute Trommelfellrisse
- Schwere Herzfehler
- Herzerkrankungen mit Einschränkung der Leistungsfähigkeit
- Extremer Bluthochdruck
- Spontane Lungenrisse in der Krankengeschichte (Spontanpneumothorax)
- Zustand nach lungenchirurgischen Eingriffen
- Sonstige schwere Lungenerkrankungen
- Bestehender Schwindel
- Epilepsie
- Zustand nach schweren Tauchunfällen mit neurologischen Defektzuständen
- Zustand nach einem Schlaganfall
- Psychische Störungen, wie etwa Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Angstzustände und Suchtkrankheiten

Die viel diskutierten Themen Asthma bronchiale und Zuckerkrankheit sind keine unbedingten Ausschlussgründe, die Patienten müssen allerdings von ihrem Arzt medikamentös gut eingestellt sein und über ihre speziellen Risiken (z. B. Unterzuckerung während eines Tauchgangs) genau Bescheid wissen.

2. Welche Medikamente sollten beim Tauchen nicht eingenommen werden?

Es gibt eine Vielzahl von Substanzen, deren Wirkung für das Tauchen als gefährlich einzustufen ist.

Besonders erwähnt seien hier:
- Schlaf- und Beruhigungsmittel
- Antidepressiva
- Aufputschmittel
- Halluzinogene

Bei der Verwendung von Herz-Kreislauf-Mitteln, antiallergischen Medikamenten, abschwellenden Nasentropfen sowie Präparaten gegen Reisekrankheit sollte mit dem Arzt über die Verträglichkeit beim Tauchen gesprochen werden.

3. Was sollte unbedingt noch vermieden werden?

Alkohol ist für eine Vielzahl von Tauchunfällen verantwortlich und sollte deshalb insbesondere vor und auch direkt nach einem Tauchgang nicht konsumiert werden.

4. Was kann man bei Fehlsichtigkeit tun?

Bei Fehlsichtigkeit besteht einerseits die Möglichkeit einer optischen Taucherbrille, andererseits können auch Kontaktlinsen getragen werden. In diesem Fall sollten unbedingt weiche Kontaktlinsen benutzt werden.

5. Kann man in der Schwangerschaft tauchen?

Eine Reihe von klinischen Fallstudien beim Menschen und tierexperimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Tauchen schädlich auf den Fetus auswirken kann. Daher ist während einer Schwangerschaft vom Tauchsport unbedingt abzuraten.

6. Was sind die typischen Zeichen eines Tiefenrausches?

Die typischen Zeichen des Tiefenrausches sind:
- Scheinbar gesteigerte Selbstsicherheit
- Euphorie
- Angst und Panik
- Verlust der Selbstkontrolle
- Abnahme der Kritikfähigkeit
- Konzentrationsstörungen

Auch hier sind Alkohol und bestimmte Medikamente als Wegbereiter zu nennen. Zudem kann eine Dehydrierung (Wasserentzug des Körpers) die Problematik begünstigen. Durch Auftauchen in geringere Tauchtiefen verschwinden die Symptome sofort und vollkommen.

7. Was passiert bei einer Lungenüberdehnung?

Durch die sich ausdehnende Luft kommt es zu Verletzungen des Lungengewebes, mit Übertritt von Luft in Gewebe und Blutbahn.

Folge davon kann sein:
- Lungenriss (Pneumothorax)
- Luftansammlung in der Haut des Hals-Nacken-Bereichs (Hautemphysem)
- Luftansammlung zwischen Herz und Lunge (Mediastinalemphysem) mit Kreislaufbeteiligung bis hin zum Schock
- Luftembolie, bei der kleine Luftbläschen in den arteriellen Kreislauf gelangen, die Durchblutung behindern und so zu verschiedenen Ausfällen führen können (wie z. B. bei einem Schlaganfall etc.).

Typisch für diese Art des Tauchunfalls ist das rasche Auftreten der Symptome unmittelbar nach dem Tauchgang.

8. Was sind die Folgen der Stickstoffbläschen im Blut und Gewebe?

Bei leichteren Formen (Decompression Sickness DCS I):
- Schmerzen und Bewegungseinschränkung in den Gelenken (Bends)
- Starkes Hautjucken ("Taucherflöhe") etc.

Schwere Formen (DCS II) mit Beteiligung von:
- Zentralem Nervensystem
- Herz
- Lunge
- Innenohr

9. Welche Symptome entstehen durch die Gasbläschen?

Die Symptome richten sich nach den betroffenen Organen!
Typische Symptome sind:
- Lähmungen bis hin zur Querschnittssymptomatik
- Bewusstseinsstörungen
- Gangstörungen
- Atemnot mit Hustenattacken (Chokes)
- Bei Befall des Innenohrs kommt es zu heftigem Schwindel mit Ohrgeräuschen und Übelkeit.

Typisch für die Dekompressionskrankheit ist das verzögerte Auftreten von Symptomen bis zu einigen Stunden nach dem Tauchgang.

10. Was darf man auf keinen Fall nach einem Tauchunfall tun?

Auf keinen Fall darf eine "Nasse Rekompression" - das ist das "Wiederabtauchen des Verunfallten" - durchgeführt werden. In diesem Fall kommt es nämlich zu einer weiteren Aufnahme von Stickstoff. Zudem ist der Verunfallte bei auftretender Bewusstlosigkeit unter Wasser nicht behandelbar und dadurch in akuter Lebensgefahr.

11. Was kann man selbst präventiv tun?

Es gibt sicher Maßnahmen, die wesentlich dazu beitragen, die Gefahr von Tauchunfällen so gering wie möglich zu halten.

Folgende Punkte sollten beachtet werden:
- Tauchtauglichkeitsuntersuchung durch einen speziell geschulten Mediziner
- Tauchen nur bei körperlichem und geistigem Wohlbefinden
- Ausreichende Trinkmenge vor und nach dem Tauchgang beachten. In tropischen Ländern kann während eines Tauchurlaubs eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von fünf bis sechs Litern notwendig werden.
- Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Nikotin vor dem Tauchgang
- Wahl der richtigen Wärme-Isolation; Hypothermie (Unterkühlung) begünstigt das Auftreten eines Tauchunfalls

12. Wie ist das mit dem Fliegen nach dem Tauchen?

Generell wird nach einfachen Tauchgängen eine Wartezeit von zwölf Stunden empfohlen. Nach Mehrfach-Tauchgängen sollte hingegen mindestens 24 Stunden zusätzlich gewartet werden. Bei dekompressionspflichtigen Tauchgängen wird ein Abstand von mindestens 24, besser 48 Stunden empfohlen. Grund dafür ist der reduzierte Umgebungsdruck in einer Flugzeugkabine, der ungefähr dem Druck in 2000 Höhenmetern entspricht.