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Vereinsreise auf die Insel Gozo

Wie versprochen, hier nun eine etwas ausführlichere Schilderung zu unserer Vereinsreise auf die Insel Gozo.

In der Zeit vom 02.06. bis 09.06.2013 begaben sich sechs tauchende und ein nichttauchendes Mitglied des TKV Ruppin e.V. (Beate, Dirk, Frank, Herbert, Jörg, Lothar und Thomas), begleitet von vier Familienangehörigen (Beate, Brigitte, Iris und Peter) auf die 1861 Flugkilometer und gut drei Flugstunden entfernte Mittelmeerinsel Gozo, südlich von Sizilien.

Gozo liegt etwa sechs Kilometer nordwestlich der Hauptinsel Malta auf dem maltesischen Archipel mit seinen drei Inseln Malta, Gozo und Comino. Die Flächengröße beträgt 67 km², die längste Ausdehnung misst nur 14 Kilometer. Im Westteil erreicht Gozo mit 176 Metern seine höchste Erhebung. Die Verbindung zur Insel Malta wird durch  Autofähren gewährleistet,

die tagsüber im 45-Minuten-Takt zwischen dem Gozohafen Mgarr [auf Deutsch ausgesprochen Imdscharr] und dem Fähranleger Cirkewwa an der Nordwestküste Maltas hin und her pendeln. Nahezu alle Straßen auf Gozo, auf der wie in England Linksverkehr herrscht, sind in Richtung der Inselhauptstadt Victoria ausgerichtet. Es gibt keine Ringstraße, auf der man entlang der Küste die Insel umrunden könnte.

Die Insel Gozo zählt wegen seiner grandiosen Unterwasserlandschaft, Wracks und Höhlen zu den besten Tauchgebieten im ganzen Mittelmeer. Zwar ist es hier nicht so fischreich, wie manch anderer Mittelmeertauchplatz, aber dafür mit besten Sichtweiten und einer Unterwasserlandschaft die seines gleichen im Mittelmeerraum sucht.

Pünktlich ging es also am Sonntag den 02.06.2013 um 10:30 Uhr mit einem gecharterten Bus von Neuruppin zum Flughafen Berlin/Tegel. Auf dem Flughafen angekommen gab es leider bereits die erste unrühmliche Überraschung. Aus technischen Gründen verspätete sich Ankunft der Air Malta Maschine in Berlin um gut fünf Stunden und somit auch unser für 14:10 Uhr avisierte Abflug in Richtung Malta. Da die Air Malta mit nur zehn Maschinen zu eine der kleinsten Gesellschaften der Welt gehörte, konnte eine Ersatzmaschine auch nicht gleich geordert werden. Nach dem Einchecken suchte sich jeder ein Plätzchen in der Wartehalle und versuchte irgendwie die Zeit zu überbrücken. Gegen 19:10 Uhr begann dann endlich das Boarding. Mit einer gut fünfstündigen Flugverspätung landeten wir dann endlich um 22:40 Uhr auf dem internationalen Flughafen von Malta.

Nach einer weiteren Odyssee mit einer sehr komplizierten Gepäckverladung von „nur“ 13 Gepäckstücken in einen sehr kleinen Reisebus, einer lustigen Fahrt quer über die Insel Malta mit der Hoffnung des Erreichens der letzten Autofähre auf die Insel Gozo, einer Fährübersetzung mit der Suche nach Getränken in den aufgestellten Automaten und der Weiterfahrt mit einem weiteren Kleinbus kamen wir endlich gegen 01:00 Uhr in unserem Hotel Calypso in Marsalforn an.

Die Zimmer waren schnell verteilt und das Gepäck verstaut. Der Durst war jedoch geblieben. Leider waren die Notreserven im Hotel für uns nicht mehr erreichbar, die Bar auf dem Zimmer leer und die Rezeption auf so durstige Gäste nicht eingerichtet. Kurzentschlossen ging es dann noch in einen englischen Pub unweit des Hotels, wo der Durst endlich mit einheimischen Cisk Lager Bier gestillt werden konnte. Der englische Humor im Pub sowie die Kontaktfreudigkeit der Gozitaner ließ schnell die Strapazen der Anreise vergessen. Aufgrund der fortgeschrittenen Müdigkeit und des anstehenden Tagesplanes für den Montag ging es dann gegen 02:30 Uhr endlich ins Bett.

Auf der Insel Gozo findet man eine Reihe an Tauchbasen, die Tauchgänge rund um die Insel anbieten. Einen guten Service fanden wir bei den Deutschen Heike & Thomas mit dem Nautic Team (Info: www.nauticteam.de). Freundlicher Empfang, schneller sowie unkomplizierter Service werden dort großgeschrieben. Das Nautic Team stellte uns während der gesamten Woche den gebürtigen Engländer George als Guide zur Seite. George kam als Nichttaucher vor vielen Jahren auf die Inselgruppe und erlernte hier das Tauchen. Mit seinen sicherlich mehr als tausend Tauchgängen zählt George bestimmt zu den erfahrensten Tauchern auf der Insel. Seine sehr ausgiebigen Briefings in englischer Sprache waren genauso beeindruckend, wie sein graziles Tauchen.

Um 09:30 Uhr stand dann George am Montag pünktlich mit einem Transporter der Tauchbasis vor dem Hotel, so dass das schwere Tauchgepäck verladen werden konnte. Nach einem fünfminütigen Spaziergang erreichten auch wir die Basis und konnten alle Formalitäten erledigen. Anschließend wurde das Tauchgepäck in die vorgesehenen Behälter der Basis verstaut, dann wieder auf dem Transporter verladen und schon ging es ab zum ersten Tauchgang an die Südküste von Gozo. In den folgenden Tagen trafen wir uns jeweils um 08:30 Uhr an der Tauchbasis, so dass an ein Ausschlafen nicht zu denken war.

Insgesamt absolvierten wir in der Woche insgesamt 10 wunderschöne Tauchgänge an den unterschiedlichsten Tauchspots. Auch wenn manche Spots mehrmals angefahren wurden, war jeder Tauchgang anders und hatte seinen eigenen Reiz. Am zweiten Tauchtag gesellte sich Salvatore aus Stuttgart, ebenfalls Gast im Hotel Calypso, unserer Gruppe hinzu. Schnell war der Kontakt aufgebaut und „Salva“ wurde zu einem festen Bestandteil unserer Tauchgruppe. Am letzen Tauchtag vergrößerte sich unsere Gruppe um die deutschsprachige Julia sogar auf neun Tauchbegeisterte. Und trotzdem fuhren wir mit nur „einem Transporter“ mit 9 Personen (sechsmal Neuruppin plus Salva plus Julia plus George), 9 Ausrüstungskisten sowie achtzehn 12-Liter-Nitroxflaschen über die Insel. In Deutschland wäre so eine Fahrt absolut undenkbar.

Tauchgang 1 (Montag, 03.06.2013)

Passagierfähre "Karwela" (Xatt L`-Ahmar)

        

Bereits am ersten Tag ging es zum Wracktauchen auf gut 38 Meter Tiefe zur „MV Karwela“. Die „MV Karwela“ wurde 1957 in Deutschland als 863 Passagiere fassende Fähre gebaut und unter dem Namen „M/S Frisia“ in Dienst gestellt. Bis sie 1977 verkauft, umgebaut und in „MV Nordpaloma“ umbenannt wurde, war sie auf der Strecke Norderney \ Norddeich eingesetzt. Nachdem Konkurs der Reederei kam das Schiff 1986 nach Malta. Ein Jahr später wurde sie von Captain Morgan übernommen, auf den Namen Karwela umgetauft und von da an auf Tagestouren um Malta eingesetzt. Das Schiff befindet sich in einer Tauchtiefe von 42 Meter, wobei das Hauptdeck in einer Tiefe von 38 Meter zu betauchen ist. Den Tauchern erwartet ein 50,3 Meter messendes Schiff, von dem alle Türen, Lukendeckel und Verschlüsse entfernt worden sind, die das Eindringen in das Wrack unter Berücksichtigung der entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen relativ sicher machen. Dieser halbstündige Tauchgang fand seinen Ausklang über flache und bunt bewachsene Seegraswiesen sowie Sandbänke. Nach dem Ausstieg waren sich alle einig, dass der erste Tauchgang ein super Start für alle weiteren Tauchgänge war.

Tauchgang 2 (Montag, 03.06.2013)

Ras il-Hobz, besser bekannt als „Mittelfinger“

Im Südosten der Insel Gozo liegt Ras il-Hobz, besser bekannt als Mittelfinger. Hierbei handelt es sich um eine Felsnadel, die an der seegewandten Seite bis auf weit über 80 Meter abfällt und deren Optik an einen ausgestreckten Mittelfinger erinnert. Bereits im Briefing teilte uns George mit, dass oftmals große Makrelenschwärme hier   vorbeiziehen könnten.

Bei unserem zweiten Tauchgang ließen wir uns idealerweise anfangs direkt auf die vorher vereinbarte Maximaltiefe von gut 31 Meter sinken und schraubten uns dann langsam wieder höher, wobei der Blick zwischen Freiwasser und Felsnadel hin- und herpendelte. Aus den Felswänden hervorschauende Muränen sowie eine Vielzahl kleinerer und größerer Fischschwärme säumten den Weg und gestalteten auch diesen 40-minütigen Tauchgang zu einem erlebnisreichen Ausflug in die Unterwasserwelt der Insel Gozo.

Tauchgang 3 (Dienstag, 04.06.2013)

Coral Cave (Korallenhöhle) - Dwejra Point

     

Die Landschaft an der Westküste von Gozo ist geprägt durch imposante Steilwände, die einen Einstieg von Land eigentlich unmöglich machen. Nur um den Bereich des Blue Hole auf Höhe des Ortes San Lawrenz ist das Ufer flacher, die Klippen nicht so steil und es bestehen einige Möglichkeiten ins Wasser zu gelangen. Die schöne Landschaft der Westküste setzt sich unter Wasser entsprechend fort. Der Eingang mag zunächst für alle Taucher wegen der Felslandschaft und des im Wasser teilweise sehr glatten Untergrundes etwas schwierig erscheinen, ist jedoch der Beste um diesen Tauchspot zu erreichen. Nach unserem Einstieg sammelten wir uns in einer kleinen Senke auf gut 5 Meter Tiefe. Hier öffnete sich ein Durchbruch, der uns einen atemberaubenden Blick ins klare dunkelblaue Meer bescherte. George durchtauchte als Erster durch diese Öffnung und stieg langsam kopfüber auf gut 25 Meter in Richtung Coral Cave ab. Wir folgten nacheinander und sammelten uns vor der Höhle. Zuerst bedrohlich, dann faszinierend, so wirkte der mächtige Höhleneingang auf uns. Wie abgesprochen tauchten wir paarweise hinein und schalteten die Lampen an. Das Tageslicht verschwand immer mehr und das blaue Loch des Einganges verengte sich Stück für Stück. Faszinierend ist vor allem das klare Wasser in der Höhle, das uns im Schein der Lampen ungeahnte Sichtweiten ermöglichte. Unsere Ausatemluft sammelte sich an der Höhlendecken und rollte sich seitlich in alle Richtungen weg. Bunt und farbenfroh leuchteten die Wände im Licht unserer Lampen, die über und über mit Korallen bedeckt sind. Kleine Meergoldfische schwammen um uns herum. Neben den Lampen erhellten immer wieder Blitzlichter der Fotoapparate die Höhle und brachten immer mehr Motive der Dunkelheit ins Licht der Objektive. Der Ausgang leuchtete in einem intensiven Blau und als sich George inmitten des Ausganges noch in eine aufrechte schwebende Position begab, war die Faszination dieser Unterwasserwelt perfekt. Bei einer Wassertemperatur von 19 Grad Celsius ging es rechts entlang der Steilwand wieder in Richtung Blue Hole. Inmitten der Steilwand durchtauchten wir noch einen Kamin, auch bekannt als „Chimney“, welcher in 14 m Wassertiefe beginnt und auf 9 m Tiefe endet. Dem aufsteigenden Spalt, den man nur hintereinander betauchen kann, folgt ein kurzer Tunnel durch den der Flachbereich der Landzunge und schließlich wieder das tiefe Wasser erreicht werden kann. Hier tauchten wir weiter durch angrenzende Canyons in Richtung Blue Hole, wo der Tauchgang nach 31 Minuten beendet wurde.

Tauchgang 4 (Dienstag, 04.06.2013)

Blue Hole - Dwejra Point

Das Blue Hole, welches wir bereits am 03.06.2013 betauchten, ist ein kleiner mariner See. Es handelt sich dabei um ein etwa 15 Meter tiefes und ca. 10 Meter breites Loch im Felsboden der Steilküste, auf Meereshöhe. Unter Wasser ist das Blue Hole durch einen Tunnel mit dem offenen Meer verbunden. In unmittelbarer Nähe des Blue Hole befinden sich bekannte Touristenattraktionen wie Fungus Rock, Azure Window und Inland Sea. Das Blue Hole gilt als einer der schönsten Tauchplätze der Insel.  
  Touristen und Taucher erreichen das Blue Hole über Treppen und Pfade, welche beim Parkplatz am Azure Window beginnen. Nach dem Einstieg in das Loch mitten im Kalkstein lässt man sich nach unten sinken, bis man in rund 18 Meter Tiefe den Ausgang ins offene Meer findet, der dann in eine Steilwand übergeht, die bis auf 60 Meter abfällt. Linker Hand vom Blue Hole gelangt man beim Abtauchen über große Felsblöcke nach kurzer Zeit an eine fantastische Steilwand.
Kleinere und größere Fischschwärme, Seesterne begleiteten uns immer wieder entlang des Weges. Am Ende des Tauchgangs tauchten wir noch unterhalb des Blue Hole in eine kleine Grotte, die auf ca. 12 Meter beginnt und veratmeten hier die restliche Luft. Im Blue Hole führten wir auf 5 Meter den wichtigen Sicherheitsstopp durch, bevor nach 50 Minuten der sehr entspannte Tauchgang beendet war.  

 

Tauchgang 5 (Mittwoch, 04.06.2013)

Eigentlich wollten am Burlinghurst Cave (Reqqa Point) tauchen. Beim Burlinghurst Cave handelt es sich um eine Höhle, welche ab einer Tiefe von ca. 20 Meter beginnt und auf ca. 35 Meter endet. Leider waren die Nordwinde so stark, dass ein Betauchen der Höhle als möglich eingestuft wurde. Diese Absage ersparte uns aber glücklicherweise einen um mehrere hundert Stufen umfassenden Treppenabstieg zum Einstiegsort und dann auch zurück. Von daher waren wir auch nicht so böse über diese Absage, denn eigentlich wird die Tauchspot vom Boot aus betaucht. Wir entschieden uns für das Tauchen am Regga Point.

Reqqa Point

      

Somit ging es entlang der Küstenstrasse zurück in Richtung Marsalforn. Nach wenigen Minuten waren die für Malta typischen Salzpfannen zu erkennen, welche sich in diesem Fall unmittelbar am Tauchplatz befinden. Der Tauchplatz Reqqa Point ist einer der interessantesten und schönsten Tauchplätze an der nördlichsten Landspitze, die sich unter Wasser weiter fortsetzt. Durch das eigenwillige Meer ist der Tauchspot aber leider oft nicht zu betauchen. Bei starkem Wind aus nördlichen Richtungen schwappt das Meer dann dermaßen über die Felsen, dass ein Ausstieg unmöglich ist. Der Reqqa Point ist eine flache Felsnadel (ca. 50 m), die in das Reqqa Reefs übergeht. Nach einem gewagten Sprung in die Brandung tauchten wir links entlang kleinerer und größerer Felsformationen. Hier findet man kleine Überhänge, welche super bewachsen sind, vor allem mit Krustenanemonen. Die Farbenpracht ist hervorragend. Auch ist dieser Platz ist mit Fischreichtum gesegnet und wir konnten Globster (Octopus)  sowie eigenartig gefärbte Muränen entdecken. Ab einer gewissen Tiefe merkt man allerdings sehr deutlich eine Sprungschicht. Spannend war jedoch der Ausstieg. Aufgrund der vorherrschenden Brandung war der Ausstieg nicht so leicht. Jeder musste sich einzeln durch die Brandung in Richtung des Ufers treiben lassen, um dann mit Schwung und Mut die Sprossenleiter mit angezogenen Flossen zu erklimmen. Auf der Hälfte der Leiter galt es dann, sich der Flossen zu entledigen und mit großer Kraftanstrengung das Ende der Leiter zu erreichen. Nacheinander und ohne ein Zurückfallen ins Wasser erklommen alle wohlbehalten die Leiter. Nach 39 Minuten und 30,3 Meter erreichter Wassertiefe war der fünfte Tauchgang auch beendet.

Tauchgang 6 (Mittwoch, 05.06.2013)

Inland Sea - Dwejra Point

Der kreisförmige Inland See am Dwejra Point umfasst einen Durchmesser von ca. 100 m, der ein kleines Binnengewässer darstellt mit Kontakt zum offenen Meer und anfangs sehr flach ist. Auf der Nordseite befindet sich ein Durchbruch von ca. 150 m Länge zum offenen Meer. Durch die nach oben hin offene und durch Bootsverkehr intensiv genutzte Grotte (Tour bis zum Azur Window) kann man ins offene Meer tauchen. Der Durchbruch wirkte unter Wasser wie eine Höhle und ist sehr dunkel.

Bedingt durch den starken Bootsverkehr verbietet sich ein auftauchen. Somit tauchten wir linksseitig entlang des Durchbruchs auf zirka 5 Meter ab, um dann direkt zwischen den Felsen über die Schwelle zu kippen. Linksseitig führte uns der Weg weiter entlang der Steilwand auf bis zu 26 Meter Wassertiefe zu diversen Spalten und Höhlen. Der Rückweg führte dann auf demselben Weg zurück, also von draußen gesehen rechts am Felsen entlang des Tunnels. Nach 44 Minuten beendeten wir den Tauchgang.

Tauchgang 7 (Donnerstag, 06.06.2013)

Für diesen Tag war eigentlich ein Bootsausflug für die gesamt Gruppe zur Nachbarinsel Comino geplant. Schnell war die Ausrüstung im Hafen auf dem angemieteten Tauchboot bei ruhigem Wellengang verstaut und alle suchten ihren Platz auf dem Boot. Nachdem wir jedoch zirka 15 Minuten aufs offene Meer hinausgefahren waren, brach der Kapitän in Abstimmung mit George den Ausflug ab. Sehr hoher Wellengang schüttelte das Boot von einer Seite zur anderen und durchnässte alle Ausflügler bis auf die Knochen.

Von daher drehten wir wieder um und unternahmen lieber zwei Tauchgänge vom Land aus im windgeschützten südlichen Bereich der Insel.

Fährschiff "Cominoland" (Xatt L`-Ahmar)

Die Cominoland lief mitten im Zweiten Weltkrieg 1942 in England vom Stapel und wurde an die Royal Navy ausgeliefert. Dort verrichtete sie als „Miner VI“ ihren Dienst bis sie im Jahr 1966 nach Malta verkauft wurde. Dort wurde das Schiff zu einem Fährschiff umgebaut und pendelte unter einem anderen Namen zwischen Valletta und der kleinen Insel Comino hin und her. Nur ein paar Jahre später wurde die Fähre von der Gozo Channel Company Ltd. übernommen, die sie als Fähre unter dem Namen „Cominoland“ für dieselbe Strecke nutzte.

Im Jahr 1980 wurde die Fähre zu einem Passagier-Touristenboot für Ausflüge umgebaut und ab 1984 von Captain Morgan Cruises verwendet. Im Jahr 2006 wurde die Cominoland als künstliches Wrack vor Xatt L`-Ahmar im südlichen Gozo fast neben der Karwela versenkt. Damit sollte das Tauchziel Gozo aufgewertet werden, um in Sachen Wracks mit der großen Hauptinsel Malta mithalten zu können.

Die Cominoland mit einer Länge von 34 Meter und einer Breite von 8 Meter liegt auf einer Maximaltiefe von 38 Meter aufrecht auf sandigem Grund und besticht mit ihrem fotogenen Aussehen und gutem Zustand. Auch wenn der Wellengang nicht gerade gering war, begaben wir uns ins Wasser in Richtung des alten Fährschiffes. Nachdem sich alle auf dem Wasser gesammelt hatten, stiegen wir gemeinsam ab und erreichten auch nach kurzer Zeit das Wrack. Das Wrack liegt auf hellem Sandgrund und ist sehr gut zu erkennen. Nach der Erkundung des Wracks ging es wieder auf das platte Plateau im Uferbereich, um den Tauchgang wie bei der Karwela gemütlich zu beenden und dabei den Sicherheitsstopp durchzuführen. Aufgrund des Wellenganges war hingen der Ausstieg nicht sehr einfach und man musste sich sehr stark konzentrieren, um die Ausstiegsleiter erklimmen zu können. Nach gut 35 Minuten war auch dieser Tauchgang beendet.

Tauchgang 8 (Donnerstag, 06.06.2013)

Blue Hole - Dwejra Point

Am Nachmittag ging es wieder in Richtung Dwejra Point. Aufgrund der Zunahme des Windes wurde dieser relativ windgeschützte Spot für den zweiten Tauchgang ausgewählt. Nach einer kurzen Klettertour zum Einstieg Blue Hole ließen wir uns, wieder von vielen Touristen bestaunt, in das kreisrunde Loch zu Wasser.

Schon innerhalb des zylindrischen Abstieges empfingen uns wieder schön bewachsene Wände. Ab 8 Meter ging es dann durch einen riesigen Bogen ins offene Meer hinaus. Beim Blick zurück fiel uns neben dem schönen Himmelsauschnitt auf, dass die Wand im Hintergrund im Dunkel verschwindet. Von Fischschwärmen begleitet stiegen wir rechtsseitig auf gut 20 Meter ab, tauchten entlang von Steilwänden und Korallen in Richtung des Zuganges Inland Sea.

Jeder Schlupfwinkel für Octopuse wurde in Augenschein genommen und jeder suchte sein Motiv für diesen Tauchgang. George verdeutlichte uns auch bei diesem Tauchgang, dass die Tierwelt oftmals Meister der Tarnung ist. Ein Drachenkopf lag regungslos und kaum zu erkennen auf den Korallen. George erkannte diesen und deutete darauf. Schnell wurden die Fotoapparate auf den Meister der Tarnung gerichtet und selbst auf den kleinen Bildschirmmonitoren war dieser kaum zu erkennen. Unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften für das Betauchen des Tunnels zum Inland See ging es zum Ausstieg. Das Motorengeräusch der Touristenboote, welche vom Inland See ins Meer hinaus- oder zurückfahren, begleitete uns ständig. Im Tunnel zum Inland Sea tauchten wir wieder rechtsseitig an der Wand entlang, wobei die Vorsicht vor den Bootschrauben im Vordergrund stand. Nach gut 40 Minuten erreichten wir den Inland Sea. Auch wenn die Sonne kräftig schien, war der weiterhin heftige Anstieg des Windes mit seinen Böen schnell spürbar. Sonnenschirme flogen teilweise durch die Luft und der aufgewirbelte Sand erschwerte bei allen erheblich die Sicht.

Tauchgang 9 (Freitag, 07.06.2013)

Blue Hole - Dwejra Point

Ausgangsunkt unseres vorletzten Tauchganges war erneut die Kulisse von Dwejra Point. An diesem Tag stieß die deutschsprachige Julia zu unserer Gruppe und erhöhte somit rapide die Frauenquote um 100 Prozent. Nach dem ausgiebig bekannten Briefing wurden die Buddyteams eingeteilt. In kleinen Gruppen ging es wieder durch die felsige Landschaft bis zum Einstieg. Langsam ließen sich alle ins Wasser gleiten und tauchten nacheinander in die bereits bekannte Senke auf 5 Meter ab.

Wie beim Tauchgang 3 tauchten wir durch den Durchbruch ins klare dunkelblaue Mittelmeer hinaus und stiegen bis auf 31 Meter zum Coral Cave ab. Hier hielten wir uns gut 5 Minuten auf und beleuchteten mit unseren Lampen wieder jeden Winkel. Anschließend ging es rechts entlang der Steilwand in Richtung Blue Hole zum Kamin, dem „Chimney“. Nacheinander tauchten wir bei 14 Meter in den Kamin ein und stiegen bis auf 9 Meter auf. Zwischen Klüften und entlang der Steilwand ging es weiter zum Blue Hole.

Am Blue Hole durchtauchten wir in 8 Meter Tiefe den großen Bogen vom Meer aus in Richtung der zylindrischen Öffnung. Im Blauen Loch wurde der planmäßige Sicherheitsstopp durchgeführt, bevor nach gut 42 Minuten der Tauchgang beendet war.

Tauchgang 10 (Freitag, 07.06.2013)

Crocodile Rock- Dwejra Point

Unser letzter Tauchgang führte uns zunächst fast 300 Meter über scharfkantige Felsen, kleinen Gräben und schmalen Graden zum Einstieg des neuen Tauchspots. Nach dem Hineinklettern bzw. dem mutigen Sprung ins Wasser befanden wir uns auf einem Plateau mit Grund auf etwa sieben Metern.

Hier  schwammen wir ein kleines Stück vom Ufer in Richtung zweier vorgelagerter Felsen (sie heißen kleiner und großer Bär) und tauchten über die Abbruchkante ab. Weiter ging es entlang hoher Steilwände auf 22 Meter Tiefe in Richtung Crocodile Rock, welcher von uns gemütlich umtaucht wurde. Über das sogenannte Amphitheater tauchten wir weiter auf ein 5 – 7 Meter flaches Plateau, mit kleinen Gräben, vielen Seeigeln, hell gefärbte Mittelmeermuränen und super getarnten gut 30 cm großen Lobstern (ein hummerartiger Zehnfußkrebs).

Jedes Motiv wurde erkundet und aufgenommen. Nach 50 Minuten erreichten wir wieder den Einstieg, welcher nunmehr als Ausstieg genutzt wurde.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Ausflüge während unseres Aufenthaltes

Zwar gibt es auf Gozo nicht so viel zu sehen wie auf Malta, jedoch erkundeten wir mit unseren angemieteten Autos jeden Nachmittag die Insel.

   Angeführt wurde die Liste der Sehenswürdigkeiten zweifelslos von der Hauptstadt Victoria (auch Rabbat genannt).Beim Spaziergang durch die historischen Gassen des alten Stadtkerns sowie über dessen Burgmauern wurde uns ein herrlicher Blick über die gesamte Insel geboten. Eine grandiosere Aussicht gab es dann beim Besuch der Kathedrale mit ihrer „falschen“, d.h. bemalten Kuppel.
     
Die Ortschaft Xlendi [ausgesprochen Schlendi] entpuppte sich als zweites Hauptziel unserer Ausflüge. Xlendi ist bekannt für seine Fischgerichte. Schnell wurde das entsprechende Restaurant in einer malerischen Kulisse des fjortartigen Einschnittes und Badebucht gefunden sowie die dazugehörigen Tintenfischringe bestellt. Mehr als 100 Meter tief fallen hier die Steilwände hinab und bilden eine bizarre Landschaft, die zum Verweilen oder zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Ein leckeres Eis krönte dann den feinen Schmaus.  

 

Aber auch das Sonnenbaden war angesagt. Der eindrucksvolle Sandstrand der Ramla Bay (Ramla bedeutet sandig) oder auch die Felsenlandschaft am Fungus Rock in der Nähe von Dwejra Point waren absolut für das Sonnenbaden geeignet.

  

 

Die geschichtliche Entwicklung des maltesischen Archipels stand auch auf dem Besuchsprogramm unseres Aufenthaltes und wurde bei den Ausflügen nicht außer Acht gelassen. So besuchten wir in Xewkija [ausgesprochen Sche-ukia] die größte Kuppelkirche Europas, bei der das Gewicht der Kuppel sagenhafte 45.000 Tonnen beträgt und welche erst 1973 fertiggestellt wurde. Weiterhin „pilgerten“ wir zur Walfahrtskirche Ta`Pintu auf dem Ghammer Hügel, welche als nationales Heiligtum und Pilgerzentrum für die Malteser und Gozitaner gilt. Die Walfahrtskirche wurde bereits mehrmalig von verschiedensten Päpsten aufgesucht. Auch die Pfarrei von Xaghra [ausgesprochen Schahra] schauten wir uns mehrmals von außen an, denn in unmittelbarer Nähe zu dieser Kirche wird der wohl beste Cappuccino der Insel Gozo serviert.

Interessant waren aber auch die Salzpfannen im Norden der Insel. Diese sind in Fels gehauen und dienen auch heute noch in den heißen Sommermonaten zur Salzgewinnung, was wahrscheinlich das älteste noch bestehende Gewerbe auf der Insel ist.

Am 09.06.2013 traten wir dann wieder die Heimreise an. Um 06:00 Uhr ging es vom Hotel mit dem Kleinbus wieder quer über die Insel, weiter mit der Fähre auf die Insel Malta, mit dem Bus zum Flughafen und mit der Air Malta, diesmal pünktlich, zurück nach Berlin/Tegel.

Alle waren von der Reise mit seinen wunderbaren Tauchgängen, der sehr imposanten Gegend sowie dem sonnigen Wetter sehr angetan und begeistert.